16. Hamburger Mentoringtag „Zwischen Welten: Impulse für eine Gesellschaft im Wandel“
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21.11.2025
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9:30 - 16:00
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Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
Felix-Dahn-Straße 3
Zwischen Welten: Impulse für eine Gesellschaft im Wandel
Mentor:innen und Programmkoordinator:innen bewegen sich in ihrer Arbeit an der Schnittstelle zwischen individuellen Lebenswelten und gesellschaftlichen Entwicklungen. Sie bringen eigene Erfahrungen mit und sind mit Fragen konfrontiert, die eng mit den Themen unserer Zeit verwoben sind: zur gesunden Mediennutzung, zum Umgang mit Geschlechterrollen, diskriminierungssensibler Sprache, individuellen (historischen) Prägungen oder auch zu Herausforderungen während der Umsetzung ihrer Mentoringangebote. Dabei müssen sie immer eine Balance finden zwischen der Notwendigkeit, im Gespräch zu bleiben und der, eine klare Position zu beziehen. Ziel des 16. Hamburger Mentoringtages ist es, diesen Themen gemeinsam zu begegnen, sie zu reflektieren und für ein achtsames und wirkungsstarkes Mentoring zu lernen.
In den Workshops greifen wir Herausforderungen auf, die im Mentoringalltag immer wieder sichtbar werden: Etwa wenn Gaming zum Zugang für Gemeinschaft, aber auch für Rückzug wird; wenn bestimmte Vorstellungen von Männlichkeit Begegnungen prägen; wenn Sprache über Zugehörigkeit oder Ausschluss entscheidet oder wenn Menschen mit Unsicherheit auf Desinformation und gesellschaftliche Spannungen reagieren. Auch Fragen der Entwicklung von Mentoringprojekten und die Bedeutung biografischer Hintergründe der Mentor:innen selbst werden in den Blick genommen.Herzlich willkommen sind alle Projektkoordinator:innen, Mentor:innen und andere Akteur:innen der sozialen Patenschaftsszene.
Neben einem Vortrag, Workshops und ausreichend Zeit zum Austausch gibt es leckeres Essen und die Ehrung von einigen Mentor:innen, die besondere Arbeit geleistet haben.
Das Programmheft des Mentoringstags finden Sie zum Download hier: Flyer Mentoringtag 2025
Ablauf
ab 09:30 Ankommen
10:00 Eröffnung und Begrüßung durch Jörg Fischlin; Vorstandsmitglied Mentor.Ring Hamburg, und Thomas Bressau; Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung
10:10 Moderiertes Kennenlernen
10:40 Vortrag von Sven Rohde mit anschließender Diskussion
11:40 Mittagspause und Austausch
12:40 Arbeit in Workshops
14:40 Ende Workshops/Wissenstransfer
15:00 Blitzlicht
15:15 Ehrung der ehrenamtlichen Mentor:innen durch den Mentor.Ring Hamburg e.V.
15:40 Schlusswort
Vortrag
Aus der eigenen Vergangenheit lernen
Die Gefühlswelt von Menschen setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Dabei sind Gehirnaktivität, Psyche, Genetik und Umweltfaktoren die wichtigsten Einflüsse. Ihr Zusammenspiel ist so individuell, wie es die Menschen sind. Es bestimmt unser Verhalten in Bezug auf uns selbst, aber auch in Bezug auf andere Menschen. In einer Mentoringbeziehung treffen Personen aufeinander, die sich bewusst mit der Lebens- und Gefühlsrealität anderer auseinandersetzen wollen und in der daher Klarheit über sich selbst und Aufgeschlossenheit gegenüber anderen eine wichtige Voraussetzung für eine gelingende Beziehung ist. In dem Vortrag geht es darum, welche Erfahrungen eigentlich auf welche Art und Weise vererbt werden und welche Potentiale und Herausforderungen daraus entstehen. Und letztendlich auch um die Frage, wie Familiengeschichten von Mentor:innen und Mentees als Quelle von Gemeinsamkeiten genutzt werden können? Denn wenn wir uns selbst und die Herkunft unserer Gefühle besser kennen – können wir sie dann auch mobilisieren und sie beeinflussen?
Sven Rohde ist Coach und Workshopleiter in Hamburg. Der gelernte Journalist (u.a. Stern, Psychologie heute) gibt seit 2018 Workshops zu transgenerationalen Übertragungen und hält Vorträge zum Thema. Er hat das Buch „Gefühlserben. Die geheime Macht und Kraft unserer Herkunft“ geschrieben und veröffentlicht den Podcast „Gefühlserben“.
Workshops
Workshop 1: Medien- und Informationskompetenz – zwischen Desinformation und kritischem Denken – AUSGEBUCHT-
In einer Zeit, in der Informationen im Sekundentakt über Social Media, Nachrichtenportale, KI-gestützte Tools und Online-Enzyklopädien auf uns einströmen, wird die Fähigkeit, verlässliche Quellen von fragwürdigen zu unterscheiden, immer wichtiger. Doch wie informiert man sich heute „richtig“ – und wie vermitteln wir dieses Wissen weiter? Dieser interaktive Workshop richtet sich an alle, die Medien- und Informationskompetenz nicht nur selbst stärken, sondern auch an ihre Mentees weitergeben möchten. Gemeinsam beleuchten wir aktuelle Informationsquellen, diskutieren den Einfluss digitaler Medien – von TikTok bis KI-generierten Inhalten – und erarbeiten Strategien zur Förderung kritischen und sachlichen Denkens. Ziel ist es, Handlungssicherheit im Umgang mit digitalen Informationen zu gewinnen – und diese Sicherheit auch an andere weiterzugeben.
Workshop 2: Mentoring-Erfahrungen von Kriegsenkel:innen – zwischen Prägung und Potenzial – AUSGEBUCHT-
Die Generation der sogenannten Kriegsenkel:innen – Kinder jener Menschen, die während des 2. Weltkriegs Kinder waren – trägt oftmals eine unsichtbare biografische Last in sich: Erfahrungen von Krieg, Flucht, Vertreibung und Verlust, die sie nicht selbst erlebt hat, sondern ihr über Familiengeschichten und transgenerationale Traumata weitergegeben wurde. Diese Prägungen können Herausforderungen, aber auch besondere Stärken im Lebensweg und in Beziehungen hervorbringen. Im Workshop wollen wir gemeinsam erkunden, welche Rolle diese Erfahrungen für das eigene Selbstverständnis als Mentor:in spielen können. Wie wirken sich historische Familiennarrative auf Empathie, Resilienz und das Engagement im Mentoring aus? Werden im Kontakt mit Mentees Gefühlserbschaften – transgenerationale Übertragungen – wach, die noch zu integrieren sind? Und wie lassen sich daraus wertvolle Impulse für eine gelingende Begleitung von Mentees ableiten? Die Teilnehmenden sind eingeladen, eigene Perspektiven einzubringen oder nach ihnen zu fragen, Resonanzen zu teilen und zu reflektieren, wie die biografische Verankerung von Kriegsenkel:innen im Mentoring als Ressource genutzt werden kann.
Workshop 3: Gemeinsam Potentiale entdecken! – AUSGEBUCHT-
Programme stoßen oft an Grenzen – sei es bei der Akquise von Fördergeldern, der Suche nach Mentor:innen, dem Wunsch nach qualitätssicherem Mentoring oder aufgrund aufwendiger Fördervorgaben. Wunsch und Realität klaffen da nicht selten auseinander. Doch was wäre, wenn wir gemeinsam den Blick weiten? In einem offenen Raum zum Denken, Brainstormen und gegenseitigen Inspirieren gehen wir den Fragen nach:
- Welche ungenutzten Potenziale stecken in der Zusammenarbeit mit Unternehmen?
- Wie lassen sich Fördermittelakquise und Mentoring ggf. zusammendenken?
- Welche verborgenen Chancen schlummern in meinem eigenen Programm?
In diesem Workshop geht es daher um einen gemeinsamen Moment für neue Perspektiven, kreative Ideen und vielleicht überraschende Gedanken!
Workshop 4: Männlichkeitsbilder – zwischen Incels und Allys – AUSGEBUCHT-
Was heißt es eigentlich, „männlich“ zu sein? In den letzten Jahren wird viel darüber gestritten, was Männlichkeit bedeutet – und welche normativen Erwartungen bestehen. Rechte Influencer vertreten ein patriarchales, traditionelles sowie frauen- und queerfeindliches Bild von Männlichkeit. Gleichzeitig fordern feministische Stimmen dazu auf, herrschaftsausübende Männlichkeit kritisch zu hinterfragen. Auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen wie der digitale Medien, Bildung, Sorgebeziehungen, gesellschaftliche Verantwortung, Sport oder Kultur spielen Vorstellungen von Männlichkeit eine große Rolle. Junge Menschen werden mit vielen verschiedenen Meinungen und Bildern zum Thema Männlichkeit konfrontiert. Männlichkeitsnormen – so zeigt sich – sind vielfältig und im Wandel.
Im Workshop schauen wir uns an, welche Männlichkeitsbilder gerade diskutiert werden, woher diese Bilder kommen und was für Auswirkungen sie haben. Außerdem sprechen wir darüber, wie man in einer Mentoringbeziehung gut über das Thema Männlichkeit ins Gespräch kommen kann – ehrlich, offen und ohne Vorurteile, aber nicht positionslos.
Workshop 5: Gaming – Fluch oder Segen? – Noch letzte Plätze buchbar –
Mehr als jede zweite Person in Deutschland spielt täglich oder mehrmals wöchentlich Computer- oder Handyspiele, das zeigen aktuelle Studien. Gaming ist also mehr als nur ein gelegentlicher Zeitvertreib, es ist ein Massenphänomen, das auch in der Beziehung zwischen Mentor:in und Mentee eine Rolle spielen kann. In diesem Workshop erhalten Mentor:innen die Möglichkeit, sich mit der Welt des Gaming auseinanderzusetzen und Chancen sowie Gefahren darin zu verstehen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die verschiedenen Aspekte von Videospielen zu entwickeln und so der digitalen Lebensrealität der Mentees gut informiert und aufgeschlossen zu begegnen. Der Workshop beleuchtet einerseits die Faszination und die Potentiale von Gaming (Förderung von Problemlösungsfähigkeiten, Teamarbeit, Kommunikation) und andererseits die Risiken, wie Suchtgefahr oder Cybermobbing. Mentor:innen lernen, Anzeichen von problematischem Spielverhalten zu erkennen und entsprechend präventiv zu (re-)agieren. Durch praxisorientierte Anregungen und dem Austausch von Erfahrungen wird ein Bewusstsein dafür geschaffen, wie es im Tandem gelingen kann, ein gesundes, reflektiertes Spielverhalten zu entwickeln oder vielleicht sogar eine neue gemeinsame Aktivität zu beginnen.
Workshop 6: Sprache und Macht: Warum ist Gendern wichtig? – Noch letzte Plätze buchbar –
Studenten und Studentinnen, Studierende, Student:innen, Student_innen oder Student*innen? In den letzten Jahren hat es viele Debatten darüber gegeben, wie eine gendergerechte und –sensible Sprache aussieht. Dabei wurden inhaltliche, ideologische und symbolische Kämpfe teilweise vermischt, sodass Vielen der Überblick fehlt: Wofür stehen die verschiedenen Formen? Wer ist mit welcher Form gemeint? Wie gendert man in gesprochener und geschriebener Sprache richtig? Und warum ist Gendern überhaupt wichtig, ein Thema so vieler Debatten und welche Rolle spielt es in der Mentoringbeziehung?
Der Workshop richtet sich als Informationsangebot an alle, die verunsichert sind, sich mit dem Thema überfordert fühlen oder wie man die eigene Haltung zu diesem Thema im Tandem vertritt. Dabei soll ein möglichst offener Raum geschaffen werden, in dem Fragen gestellt, neue Perspektiven eröffnet und Reflektionen angestoßen werden können.
Bitte wählen Sie bei der Anmeldung Ihren favorisierten Workshop an erster Stelle aus und eine Alternative an zweiter Stelle, falls der erste schon ausgebucht ist. Sie erhalten die Information an welchem Workshop Sie teilnehmen können spätestens in der Woche der Veranstaltung vorab.
Die Teilnahme am Mentoringtag ist kostenlos.
HINWEIS: Bitte melden Sie sich verbindlich an. Sollte die Veranstaltung ausgebucht sein, schreiben Sie uns eine Mail an info@mentor-ring.org – wir führen eine Warteliste. Die Anmeldefrist endet am 20.11.25 um 19:00 Uhr.
Datenschutzhinweise für Veranstaltungen
Datenspeicherung und -verarbeitung
Mit meiner verbindlichen Anmeldung willige ich in die Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten zum Zwecke der Durchführung dieser Veranstaltung ein.
Ich bin damit einverstanden, dass Vor- und Nachname im Teilnehmerverzeichnis und der Workshopzuordnung veröffentlicht werden. Diese werden ausschließlich den Teilnehmer:innen dieser Veranstaltung zugänglich gemacht.
Die allgemeinen Informationen zum Datenschutz finden Sie auf unserer Homepage: https://www.mentor-ring.org/datenschutz
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Mit der Bestätigung im untenstehenden Kästchen erkläre ich mich damit einverstanden, dass im Rahmen der Veranstaltung Bilder von den anwesenden Teilnehmer:innen gemacht, zur Veröffentlichung verwendet und zu diesem Zwecke auch abgespeichert werden:
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- auf der Facebookseite des Mentor.Ring Hamburg e.V. (www.facebook.com/Mentor.RingHamburg/)
- in (Print-)Publikationen des Mentor.Ring Hamburg e.V.
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Buchungen
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