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Bundesweiter Fachtag Mentoring – Zurück in die Zukunft mit Mentoring

Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft wagen und träumen: Wie wäre es wohl, wenn soziales Mentoring von Anfang an im Bildungssystem implementiert würde? Wenn also schon Kitakinder mit dem Konzept der Patenschaften vertraut würden, es in den Grund- und weiterführenden Schulen fester Bestandteil wäre und uns auch durchs Erwachsenenleben begleitet? Welche Chancen birgt es und was könnte das für die aktuelle Generation aber auch für zukünftige bedeuten? Welche Auswirkungen könnten hiervon ausgehen, sowohl auf das Bildungssystem, als auch auf die psychosoziale Entwicklung? Und nicht zuletzt die Frage nach den Auswirkungen auf zivilgesellschaftliche Strukturen, wenn schon Kinder und Jugendliche nicht nur Empfänger, sondern auch selber Mentor:innen sein würden und dies als Vorbild an kommende Generationen weitertragen!

Es ist bekannt: Mentoring wirkt, baut Chancenungleichheiten ab und sollte daher noch viel mehr eingesetzt werden. Doch es ist auch ein intensives Ehrenamt, das feste Strukturen braucht und komplex in der Umsetzung ist. Daher geht es auch um die Fragen, welche Herausforderungen hierfür gemeistert werden müssten und von wem?

Herzlich lädt Sie der Mentor.Ring Hamburg e.V., zusammen mit drei bundesweiten Kooperationspartnern  Eleven gGmbH,  Ceno & die Paten e.V. und LAGFA Sachsen-Anhalt e.V., dazu ein, beim Fachtag Zurück in die Zukunft mit Mentoring mehr über dieses Gedankenexperiment zu erfahren.

Der Fachtag wird moderiert von Anne Pelzer. Den Flyer finden Sie HIER

 

 

Podiumssdiskussion:

Aus verschiedenen Perspektiven wird das Gedankenexperiment beleuchtet. Die Teilnehmenden an der Podiumsdiskussion sind:

Prof. Dr. Olaf Köller ist geschäftsführender wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik und Professor für empirische Bildungsforschung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Zuvor war er Gründungsdirektor des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen und hatte mehrere Professuren inne. Er ist Vorsitzender in der ständigen wissenschaftlichen Kommission bei der Kultusministerkonferenz und wird bei der Podiumsdiskussion sowohl aus der Perspektive der Bildungswissenschaft sprechen als auch aus der KMK von Strukturen erzählen können, die Bildungsfragen bündelt und kanalisiert.

Prof. Dr. Gisela Steins ist Professorin für Allgemeine Psychologie und Sozialpsychologie an der Universität Duisburg-Essen und Dekanin an der Fakultät für Bildungswissenschaften. Sie interessiert sich für die Bedeutung der Beziehungsqualität in Erziehungs-, Bildungs- und Alltagskontexten und publiziert u.a. zur Sozialpsychologie. Sie übernimmt auf der Podiumsdiskussion die Perspektive der psychosozialen Entwicklung und spricht über die Chancen und Gelingenheitsbedingungen von Mentoring.

Janna Hilger ist Politikwissenschaftlerin, Mitgründerin und Geschäftsführerin vom Verein SchlauFox e.V. Der Verein qualifiziert und begleitet Ehrenamtliche für ein wirkungsvolles Engagement an Schule und berät dazu bundesweit auch andere Projekte. In seinem Mentoringprogramm Ankerlicht koordiniert er viele Patenschaftstandems in Hamburg. Für seine Bildungsförderung von benachteiligte Kindern und Jugendlichen wurde der Verein bereits mehrfach ausgezeichnet. Janna Hilger vertritt auf der Podiumsdiskussion die Projektperspektive und wird von Bedarfen nach und Chancen von Mentoring erzählen können.

Andrea Brandt leitet seit 2004 die Freiwilligenagentur in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg. Sie ist Gründerin und Koordinatorin im Patenschaftsprojekt „biffy Berlin – Big Friends for Youngsters e.V.“ und berät zudem Organisationen und Menschen mit neuen Ideen für Initiativen.  Neben ihrer Arbeit engagiert sie sich in den Engagement-Netzwerken Berlins, ist Vorstandsvorsitzende der LAGFA Berlin e.V. und Trainerin für die bagfa e.V. Mit ihren Kenntnissen an der Schnittstelle zwischen Freiwilligenmanagement und Mentoring wird sie in der Plenumsdiskussion die Perspektive des Freiwilligenengagements vertreten.

 

 

 

Workshops

WS 1 (Flucht-)Migration: von akutem Handeln zu nachhaltigen Strukturen

Krisen und Katastrophen, wie 2015 in Syrien oder aktuell in der Ukraine, wirken sich auch auf die Patenschafts-und Mentoringszene aus. In einer akuten Notsituation ist die Hilfsbereitschaft gegenüber Schutzsuchenden oft groß. Solche Ad hoc-Strukturen bergen aber gleichermaßen Potenzial wie Herausforderungen für die Mentoringprogramme. Akute Strategien stehen langfristigen Lösungen gegenüber, was sich ebenso auf die Qualitätsmerkmale guten Mentorings bezieht wie auch darauf, Wissen zu transferieren oder schnell zu skalieren anstatt neu zu gründen. In diesem Workshop sollen die konzeptionellen Ebenen von spontanem freiwilligem Engagement und die Abläufen in etablierten Patenschaftsstrukturen diskutiert und gemeinsam über Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze gesprochen werden. Dabei steht im Vordergrund die Frage wo z.B. das Potenzial des kurzfristigen Engagements im Bereich Mentoring liegt und wie dieses in etablierten Strukturen grundlegend mitgedacht werden kann?

Referentin: Jana Hüttmann leitet bei der BürgerStiftung Hamburg das Engagement Dock, eine Beratungsstelle für Vereine, Initiativen und ehrenamtliches Engagement. Als Bildungswissenschaftlerin forscht sie zu dem Themenbereich Bildung und Flucht und bringt mehrjährige Erfahrungen in Mentoringprojekten in Hamburg mit. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen unter anderem auf dem Bereich Evaluation und nachhaltige Netzwerkarbeit im Mentoringbereich.

 

WS 2 Was ist soziales Mentoring und wenn ja, wie viele? Ein Workshop zur Reflektion und Neudefinition

Wenn etwas allzu selbstverständlich wird, sollte man es neu befragen – sonst droht Stillstand und Selbstzufriedenheit. Das gilt, allem Erfolg zum Trotz, auch für soziales Mentoring. Daher will der Workshop erkunden, was wir gerade eigentlich darunter verstehen, welche neuen Formen diskutiert werden und was es braucht, um auf künftige Herausforderungen zu antworten. Ist die 1:1-Konstellation immer passend, muss es stets ein formales Projekt zur Umsetzung geben – und wo sind blinde Flecken in den deutschen Mentoringgewohnheiten? Indem wir uns gemeinsam gleichermaßen irritieren, inspirieren und orientieren, wollen wir neue Möglichkeitsräume schaffen.

Referent: Bernd Schüler, vor 20 Jahren zunächst selbst Pate geworden, ist seither in vielen Rollen mit Mentoring beschäftigt. Seit 2016 schreibt er den Fachbrief „Telemachos“ und hält Vorträge zu wissenschaftlichen Perspektiven und Befunden über Mentoring. Aktuell auch Vorstand des Netzwerks Berliner Kinderpatenschaften e.V., arrangiert er zudem bei biffy Berlin e.V. Fortbildung und Austauschtreffen für Pat:innen.

 

WS 3 Titel: Inklusives Mentoring und barrierefreie Patenschaften

Unsere Gesellschaft ist vielfältig und bunt. Menschen mit verschiedenen Teilhabeeinschränkungen gehören aber leider in vielen Gesellschaftsbereichen (wie auch im Ehrenamt) noch nicht selbstverständlich dazu. Sie werden oft nur als Empfänger:innen von Hilfen wahrgenommen, dabei könnten sie wertvolle und kompetente Mitgestalter:innen sein. Dies gilt auch für Mentoringprogramme, in denen ja eine Beziehungsgestaltung im Vordergrund steht, die ganz individuell gestaltet werden kann und soll. Was sowohl die potentiellen Engagierten als auch die Programme brauchen, dass dies gelingen kann, wollen wir im Workshop gemeinsam erarbeiten.

Referentin: Zsuzsanna Majzik ist Sozialpädagogin und Sozialmanagerin. Sie arbeitet seit 2019 bei der matrix GmbH & Co. KG als Beraterin und Prozessbegleiterin in den Handlungsfeldern Inklusion und gesundheitliche Chancengleichheit. Als solche begleitet sie deutschlandweit kommunale und trägerbezogene Öffnungsprozesse zu mehr Teilhabe.

 

WS 4 Lifecycle Mentoring: Ehrenamt über bisherige Grenzen hinaus gedacht

Was können Mentoring-Projekte von dem Lifecycle-Modell lernen, um Ehrenamtliche zu gewinnen, zu binden und sie zu einem langfristigen Engagement zu motivieren? Gerade im Hinblick auf die Frage nach lebenslangem Mentoring und den damit einhergehenden verschiedene Rollen? Nach einem Impuls zu den anwendbaren Prinzipen aus dem Lifecycle-Modell, bietet dieser Workshop die Gelegenheit, mit einem innovativen Blick auf das Engagement, neue Ansätze für die eigene Organisation interaktiv zu entwickeln und gemeinsam praktische Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Referent: Jonas Harder ist zertifizierter systemischer Coach, kreativer Prozessbegleiter und Trainer für Mentoring & Teamarbeit. Mit seinen Erfahrungen als Gründer und Vorstand von ROCK YOUR LIFE! Spanien unterstützt er sinnorientierte Organisationen dabei, mit digitalen Trainings, Moderationen und Prozessbegleitungen ihre Wirkung und Zusammenarbeit zu optimieren.

 

 WS 5 Demokratieförderung in und durch Mentoring

Demokratieförderung ist ein zentraler Aspekt, um sich in der Welt politisch und sozial orientieren zu können. Wer Mentoring erfährt, ob als Mentee oder als Mentor:in, begegnet darin grundlegenden Werten von Demokratie: Sichtbarkeit, Partizipation, Gehör und Wertschätzung. Im Workshop werden daher Möglichkeiten zum gesellschaftspolitischem Empowerment von Akteur:innen in Mentoringprojekten aufgezeigt und darüber gesprochen, wie Schlüsselkompetenzen zur Demokratieförderung gestärkt und aktiviert werden können. Der Workshop wird durch interaktive und erfahrungsbasierte Methoden dazu beitragen, dass die Teilnehmer:innen zunächst selbst erleben können, was sie später in Bezug auf die eigene Mentoring-Praxis reflektieren werden.

Referentin: Reina-Maria Nerlich arbeitet als Lehrerin und Demokratiebildnerin in Berlin. Sie ist Gründungsmitglied und Vorständin des Bildungsvereins duvia (Demokratie und Vielfalt in Aktion). Für duvia konzipiert, leitet und gestaltet sie eigene (Demokratie-) Bildungsprojekte, bei denen neben Beziehungsarbeit und wertschätzender Kommunikation Anti-Diskriminierung und Diversitätssensibilität im Fokus stehen.

 

WS 6 Vom Matching zur Tandembeziehung

Eine gelingende Beziehungsgestaltung braucht gelungenes Matching. Wenn Mentoring nun mehr als einen Lebensabschnitt begleitet, wie es an diesem Fachtag angedacht wird, und sich unsere eigene Rolle darin immer mal wieder ändert, ist die Frage nach gelingendem Matching wichtiger denn je. Aber wie matchen wir erfolgreich? Wie kann dies zu einer gelingenden Tandembeziehung führen? Und inwieweit haben wir Einfluss auf unsere verschiedenen Tandembeziehungen in verschiedenen Rollen? Im Workshop werden wir uns über diese Fragen austauschen, um gemeinsame Antworten zu finden.

Referentin: Prof. Dr. Sarah Häseler-Bestmann ist Professorin für Theorien und Methoden Sozialer Arbeit mit dem Schwerpunkt lokale Demokratieförderung an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. Sie forscht zu Mentoring, bürgerschaftlichem Engagement und Familienförderung.

 

WS 7 Digitale Patenschaften – mehr als nur gemeinsames Kochen via Zoom!

Die Corona Pandemie hat das Konzept Mentoring verändert, da die Beziehungsgestaltung, die in diesem sehr persönlichen Ehrenamt im Vordergrund steht, in den meisten Fällen nur noch digital stattfinden konnte. Mittlerweile wurden alle Aktivitäten, die auch über einen Bildschirm funktionieren, ausprobiert. Digitale Patenschaften sind aber mehr als nur eine Notlösung in Coronazeiten. Sie bieten die Chance, Distanzen zu überbrücken, Medienkompetenzen zu fördern und Menschen zu erreichen, die sonst wenig teilhaben können. In diesem Workshop geht es also um ungewöhnliche Formate, um die Generation Z, die mit digitalen Inhalten aufwächst und um die Möglichkeit, aus dem aktuellen digitalem Schwung für die Zukunft zu lernen.

Referentinnen: Vera Bauer ist studierte Erziehungswissenschaftlerin und arbeitet seit Dezember 2019 bei JOBLINGE in Ludwigshafen. Sie arbeitet mit der öffentlichen Hand, den Mentor:innen und den Jugendlichen. Sonja Sauler hat Friedens- und Konfliktforschung studiert und ist seit 2016 bei JOBLINGE tätig – zunächst als Koordinatorin für Jugendliche und Mentor*innen dann als Standortkoordinatorin in Offenbach. Sie konzipiert und gestaltet verschiedene Themen und Projekte rund um Corporate.

 

WS 8 Wirkungsdreieck: Hauptamt – Ehrenamt – Schule

Wie findet Ehrenamt seinen Platz in einer komplexen Struktur? Exemplarisch am System Schule wird im Workshop darüber gesprochen, welche Facetten bedacht werden müssen, um alle Beteiligten mitzunehmen. Wie kann dieser Prozess sensibel und gleichzeitig effektiv gesteuert werden, damit das ehrenamtliche Engagement seine volle Wirkung entfalten kann? Wenn Mentoring nun so groß gedacht wird wie in diesem Fachtag, dann stehen diese Prozesse vor besonderen Herausforderungen. Wir nehmen diese Herausforderungen und Gelingensfaktoren in den Blick und haben dabei viel Raum für Austausch und Reflexion der eigenen Arbeit an und mit Schule.

Referentin: Janna Hilger berät als Geschäftsführerin vom Verein SchlauFox e.V. Ehrenamtliche und Projekte zu wirkungsvollem Engagement. Mit Ankerlicht koordiniert der Verein, der vielfach ausgezeichnet wurde, viele Patenschaftstandems in Hamburg.

 

WS 9 Organisationslogiken matchen

Mentoring berührt automatisch verschiedene Strukturen: die ehrenamtlichen Mentor:innen, die aus allen Bereichen der Gesellschaft kommen; die Projekte, die die Tandems zusammenführen und begleiten; Mentees, die in verschiedenen Lebenssituationen verhaftet sind; Schulen, Kitas, Familien, an denen das Mentoring stattfindet, etc. Da unterschiedliche Strukturen naturgemäß auch verschiedene Funktionsweisen haben, bedarf es also unweigerlich eines komplexen und übergreifenden Schnittstellenmanagements. Je besser Organisationslogiken gematcht werden, desto besser greifen die Zahnräder ineinander, desto besser funktioniert es im System. Im Workshop wird daher zunächst ein Blick auf verschiedene Strukturen geworfen um dann gemeinsam innovative Ideen und Möglichkeiten zu erarbeiten, wie diese möglichst reibungsloses ineinandergreifen können.

Referentin:  Katja Jäger verantwortet im betterplace lab den Themenbereich “Digitale Demokratie”. In der Vergangenheit hat sie erforscht, wie Digitalisierung und Demokratie in der Praxis zusammenkommen. Zudem hat sie verschiedene, teils internationale Projekte initiiert, die mit Peer-Learning und Mentoring-Ansätzen experimentieren. Als Außenministerin des betterplace lab pflegt sie Kontakt zu relevanten zivilgesellschaftlichen Akteur*innen im digital-sozialen Kosmos, baut Netzwerke und koordiniert öffentlichkeitswirksame Aktionen.

 

WS 10 Mentoring auf dem Land – bring es auf den zukünftigen Stand: Wie man Engagierte auf dem Land erreichen kann und welche Rolle dabei Netzwerke in ländlichen Regionen spielen werden.

Für (zukünftige) Land-Enthusiast:innen und Dorfversteher:innen: In diesem praxisorientierten Workshop soll es um die Befähigung von Engagierten gehen, die sich zukünftig gerne (mehr) für Mentoring auf dem Land engagieren wollen. Nach einem Impulsvortrag zum Mentoring auf dem Land und der aktuellen und zukünftigen Bedeutung von Netzwerken in ländlichen Strukturen wagen wir gemeinsam, im Rahmen von Kleingruppenarbeit, einen Blick auf die Engagierten vor Ort und versuchen die Frage zu beantworten, was in der Zukunft für Menschen in den ländlichen Räumen eine große Rolle spielen wird.

Referent: Miro Welcker, ist Landlebender und Bildungsenthusiast, war Regionalmanager der Stiftung Bildung in Mecklenburg-Vorpommern und aktuell als Freiberufler im Bereich soziales Unternehmer:innentum auf dem Land tätig.

 

Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum Montag, den 20. Juni 2022. Der Fachtag findet online via Zoom statt, die Teilnahme ist kostenfrei. Der Teilnahmelink wird Ihnen kurz vor der Veranstaltung zugemailt.

Sollten keine Plätze mehr frei sein und Sie auf die Warteliste gesetzt werden wollen, dann schreiben Sie uns eine Mail an aufleben@mentor-ring.org. Bitte geben Sie bei den Workshopwahl drei Optionen an, damit wir die Plätze möglichst passgenau verteilen können.

Details

24.06.2022
10:00 - 17:00

Anmeldung

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Buchungen sind für diese Veranstaltung nicht mehr möglich.