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Aufgrund der Corona-Pandemie können zur Zeit keine persönlichen Veranstaltungen stattfinden. Wir bieten aber regelmäßige Online-Tutorials und/oder Fortbildungen an. Bitte informieren Sie sich hier und hier.

Stiftungen stellen Fond „Hamburger Spielräume“ bereit für außerschulische Projekte

Hamburger Spielräume für Kinder, Jugendliche und Familien – Fonds für außerschulische Projekte in der Corona-Krise

Viele Kinder und Jugendliche sind durch die Corona-Krise sehr stark belastet, das haben uns viele Gespräche mit Projektverantwortlichen in unseren Projekten gezeigt. Auch erste Studien dazu, wie junge Menschen die Corona-Krise und die notwendigen Maßnahmen des „physical distancing“ erlebt
haben, weisen darauf hin.
Nun stehen die Sommerferien an, die viele in Hamburg verbringen werden. Durch Kurzarbeit und steigende Arbeitslosigkeit können sich noch weniger Familien als sonst eine Urlaubsreise leisten, Ferienfreizeiten sind aufgrund der Hygienebedingungen nicht realisierbar. Nachdem sie bereits
monatelang auf den Kontakt zu Gleichaltrigen, auf Freizeitaktivitäten und Bildungsangebote verzichten mussten, haben nun insbesondere benachteiligte junge Menschen erneut viele anregungsarme Wochen vor sich.
Wir sehen uns in der Verantwortung, im Zuge der langsam fortschreitenden Lockerungen der Kontaktbeschränkungen und Wiederöffnung vieler Einrichtungen einen Beitrag dazu zu leisten, jungen Menschen in Hamburg Freiräume zu eröffnen, die Platz für das Miteinander im Kreise
Gleichaltriger und positive Impulse durch freies Spiel bieten.
Deshalb haben wir uns als Stiftungen zusammengeschlossen, um den Fonds „Hamburger Spielräume“ zu starten. Damit wollen wir die Einrichtungen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg stärken, damit diese in den Sommer- und Herbstferien sowie an Nachmittagen und Wochenenden während der Schulzeit verstärkt Angebote in den Bereichen Freizeit, Bildung, Bewegung oder kreatives Spiel machen können. Solche Angebote der Alltagsbildung geben wichtige Impulse für die Identitätsfindung und Persönlichkeitsentwicklung, sie regen zur
Verantwortungsübernahme an und leisten einen wichtigen Beitrag zur Resilienz in schwierigen Zeiten.
Gemeinsam stellen wir hierfür zunächst 100.000 € bereit. Beantragt werden können Honorar- und  Sachmittel für außerschulische Angebote insbesondere für benachteiligte Zielgruppen.

Die Corona-Pandemie im Erleben der Kinder und Jugendlichen

Die Lebenssituation vieler Kinder und Jugendlicher hat sich durch Corona extrem verändert. Trotz der schrittweisen Rückkehr zu einer „neuen Normalität“ verbringen sie noch immer einen Großteil ihrer Zeit zu Hause. Politisch und medial steht im Fokus, wie Lernrückstände aufgeholt werden können, die sich weiter öffnende Bildungsschere durch das Homeschooling erscheint aktuell als das größte Problem. Unter Hochdruck wird daran gearbeitet, die Rahmenbedingungen für digitales Lernen zu verbessern. Offen ist, wie in diesem Jahr für die Schulabgänger der Übergang in Ausbildung gelingt, es ist bereits die Rede von einer „verlorenen Generation“.
Doch das Leben junger Menschen besteht aus mehr als schulischem Lernen, und die Folgen der Corona-Pandemie sind für viele deutlich umfassender als Lernrückstände und schlechte Schulnoten.
Was manche Menschen gerade auch als eine schöne Zeit erleben – mehr Zeit miteinander in der Familie, Entschleunigung im Alltag – kann je nach Rahmenbedingungen auch extrem belastend sein. Es gibt wenig Anregung, wenig positive Erlebnisse, auch wachsende Langeweile.
Für viele jüngere Kinder waren die letzten Wochen sehr belastend, mitunter verstörend. Der gewohnte Alltag ist plötzlich weggebrochen, Treffen mit Gleichaltrigen sind nur sehr eingeschränkt möglich und werden als gefährlich wahrgenommen. Erwachsene Bezugspersonen sind mitunter selbst sehr besorgt und belastet durch die Pandemie und ihre Folgen. In manchen Familien besteht der Alltag phasenweise aus wenig altersgerechtem Fernsehen, präventiv wird das Haus kaum verlassen (auch weil in anderen Ländern noch strengere Ausgangssperren galten als hier), und die
wachsende Anspannung in beengten Wohnverhältnissen bedeutet mehr Stress und Streit bis hin zu innerfamiliärer Gewalt.
Für Jugendliche ist der Kontakt zu ihrer Peer Group besonders wichtig. Die sozialen Medien ersetzen nicht die persönliche Begegnung, ein Gefühl der Vereinsamung kann zu wachsender psychischer Belastung führen. Viele fühlen sich reduziert auf die Rolle als Schüler*in/Lernende, die zu
funktionieren haben. Das Bedürfnis, sich mit Gleichaltrigen zu treffen, erscheint als unsolidarisch gegenüber den Älteren. Für die jungen Menschen im Übergang in Ausbildung sind die Zukunftsängste besonders belastend – oft ist noch unklar, wie es nach dem Abschluss weitergehen kann.

Was wir konkret fördern

Förderberechtigt sind Einrichtungen/Träger der außerschulischen Kinder-/Jugend- und Familienarbeit, Stadtteilkulturzentren, Bürgerhäuser, Bauspielplätze, Einrichtungen der Gemeinwesenarbeit, Träger der Umweltbildung und alle gemeinnützigen Organisationen, die mit
ihren Angeboten benachteiligte Kinder und Jugendliche sowie Familien mit kleinen Kindern in Hamburg erreichen. Insbesondere kleinere, von bürgerschaftlichem Engagement getragene Organisationen sind in unserem Fokus.
Jegliche Art von Freizeitaktivitäten in kleinen Gruppen oder auch als Familie – Spiel-, Bewegungs-, Kultur- und Kreativangebote, Ausflüge, Museumsbesuche, Gärtnern, Angebote der politischen Bildung u.v.m. – können beantragt werden, aber auch Frühstücks- oder Mittagstische. Insbesondere Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur erscheinen uns besonders notwendig. Digitale Angebote sind nur insoweit förderbar, als sie mit persönlichen Begegnungen und Ausflügen in Verbindung stehen.
Kompensatorische Bildungsangebote, die zum Aufholen schulischer Defizite während der Ferienzeit dienen, sind insoweit förderfähig, als es gelingt, wichtige Inhalte aus schulischen Lehrplänen mit Formaten non-formalen Lernens zu verbinden.
Die Aktivitäten können einmalig oder als laufendes Kursangebot konzipiert sein und müssen die aktuell geltenden Hygienevorschriften berücksichtigen.

Zu den beteiligten Stiftungen und unserer Motivation

Die folgenden Stiftungen gründen gemeinsam den Fonds „Hamburger Spielräume“: BürgerStiftung Hamburg, Ehlerding-Stiftung, Homann-Stiftung, Kurt und Maria Dohle Stiftung, Klaus und Lore Rating Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung und eine Hamburger Familienstiftung. Die Corona-Krise ist für uns der Anlass, den Bereich der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit zu stärken und so die für ein gelingendes Aufwachsen so wichtige Alltagsbildung mit ihren non-formalen und informellen Bildungsangeboten wieder stärker in den Fokus zu rücken.
Wir gehen davon aus, dass dieses Thema auch nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie weiter wichtig sein wird und rufen daher weitere Stiftungen dazu auf, sich am Fonds zu beteiligen.

Informationen zu Förderanfragen

Die BürgerStiftung Hamburg übernimmt die Koordination des Fonds und die verwaltungstechnische Abwicklung von Förderanfragen und Mittelbewilligung. Förderanfrage und Mittelnachweis sind bewusst niedrigschwellig gestaltet. Das Anfrageformular finden Sie unter folgendem Link:
https://kontakt.buergerstiftung-hamburg.de/Antrag_Hamburger-Spielraeume

Die maximale Förderhöhe beträgt 2.500 €. In Ausnahmefällen können nach vorheriger Rücksprache Beträge bis zu 5.000 € bewilligt werden. Mehrfache Anträge derselben Organisation sind möglich. Honorare, Fahrtkosten und Sachkosten für notwendiges Material oder Verpflegung sind förderbar.
Über Förderanfragen wird innerhalb von 10 Tagen auf Basis der schriftlichen Anfrage entschieden.
Bei Bedarf nutzen wir Telefon/E-Mail für Nachfragen. Es finden keine Ortsbesuche zur
Antragsprüfung statt.
Ansprechpartnerin für Rückfragen bei der BürgerStiftung Hamburg ist Cornelia von der Heydt,
cornelia.heydt@buergerstiftung-hamburg.de, Tel.: 040 / 87 88 969 – 64.