Was ist Mentoring?

Was ist Mentoring?

Der Begriff stammt aus der griechischen Mythologie: Odysseus bat seinen Freund Mentor, sich – während seiner langen Abwesenheit – als väterlicher Freund um seinen Sohn Telemach zu kümmern. Damit war die Bezeichnung und zugleich die Idee für diese besondere zwischenmenschliche Beziehung geboren. Beim Mentorring (wobei auch die Begriffe Patenschaft oder Tandem verwendet werden) handelt es sich in der Regel um eine 1:1 Beziehung, in der eine ältere lebenserfahrene Person für einen bestimmten Zeitraum eine jüngere Person (Mentee) begleitet und in seiner Entwicklung unterstützt.

Welche Aufgabe hat Mentoring?

Die grundsätzliche Idee des Mentoring beruht darauf, dass sie sich ganz an den individuellen Bedürfnissen des Mentees orientiert. Welche Bedürfnisse dies sind und welche Ziele eine Mentorschaft anstrebt, hängen wiederum davon ab, in welcher Lebensphase des Mentees sie stattfindet.

Bei Kindern im Grundschulalter geht es meist darum, sie beim Lernen und auch in der deutschen Sprache zu unterstützen, insbesondere wenn es sich um Kinder aus Einwandererfamilien handelt. In der Übergangsphase von der Schule zum Beruf beraten die Mentoren Jugendliche hauptsächlich bei der Berufsorientierung und helfen, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden und die Ausbildung erfolgreich zu beenden. Im Berufsleben von Wirtschaft und Wissenschaft schließlich wird Mentoring als Instrument der Personalentwicklung eingesetzt, um Berufseinsteiger zu begleiten und Frauen in ihrer Karriere zu fördern.

Der Wert einer Mentorschaft ergibt sich aus der Beziehungsebene. Mit seinem Vorsprung an Wissen und Erfahrung steht der Mentor seinem Mentee als Rollenmodel und Berater zur Seite; der Mentor eröffnet neue Perspektiven, gibt Anregungen und ermutigt ihn, seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Der Mentor tadelt und verurteilt nicht, er ist mehr beschützender Begleiter als lenkender Erzieher. Durch Wertschätzung macht er seinem Schützling Mut, sich selbst etwas zuzutrauen. Dies stärkt das Selbstbewusstsein des Mentees, und fördert seine Persönlichkeitsentwicklung.

Ist Mentoring erfolgreich?

Es zeichnet sich deutlich ab, dass Mentoring sich positiv auf schulische Leistungen, Integration, soziale Kompetenzen, Selbstbewusstsein sowie Stärkung der Persönlichkeit auswirkt. Unklar bleibt dabei, welche Faktoren und Bedingungen für den Erfolg einer Mentorschaft verantwortlich sind. Offensichtlich ist jede Mentorschaft eine ganz individuelle Begegnung von Personen, deren Qualität sich aus der Einzigartigkeit von Mentor und Mentee und dem nicht planbaren Prozess ihrer Beziehung ergibt; es handelt sich hierbei um subtile und unvorhersehbare Vorgänge, deren Erfolg sich weder normieren noch an objektiven Zielen und Standards messen lässt. Insofern geht es bei der Evaluation von Mentorprojekten nicht um die Evaluation der Mentorschaft an sich, sondern um das Management und die Rahmenbedingungen des Projekts, in dem die Mentorschaft stattfindet. Ein geeignetes Instrumentarium hierfür ist „Das Hamburger Konzept zum Qualitätsmanagement in Mentorprojekten. Ein Leitfaden des Mentor.Ring Hamburg e.V.“